03.04.2013
Rubrik: Gesundheit

Gesunde Lebensweise mindert Risiko

Die unterschätzte Gefahr: Bluthochdruck

Die unterschätzte Gefahr: BluthochdruckFoto: Württembergische Krankenversicherung AG

Bluthochdruck gilt in den Industrieländern als Volkskrankheit. In Deutschland leidet mehr als ein Drittel aller Erwachsenen darunter. Die Folgen für die Gesundheit sind gravierend: Bluthochdruck schädigt im Laufe der Zeit lebenswichtige Organe und mündet im schlimmsten Fall in lebensbedrohliche Krankheiten wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Eine gesunde Lebensweise mindert das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken, und kann bei Betroffenen die Medikamentenvergabe deutlich senken. Darauf weist die Württembergische Krankenversicherung, Teil des Vorsorge-Spezialisten Wüstenrot & Württembergische (W&W), anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April 2013 hin.

Der Blutdruck eines gesunden Menschen ist im Laufe des Tages einigen Schwankungen unterworfen, da er sich an den aktuellen Bedarf des Körpers anpasst. So steigt bei körperlicher Anstrengung die Herzleistung und damit der Blutdruck, um eine ausreichende Durchblutung des Körpers zu gewährleisten. In Ruhephasen senkt er sich entsprechend, da die Herzleistung abnimmt.

Entstehung der Krankheit

Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine Erkrankung des Gefäßsystems, bei welcher der Blutdruck ständig erhöht ist. Sie tritt in zwei Formen auf. Bei der primären Hypertonie ist keine organische Ursache erkennbar, während der Bluthochdruck bei der sekundären Hypertonie durch ein bestehendes organisches Leiden, wie Erkrankungen der Niere oder der Schilddrüse, hervorgerufen wird. Die Folgen sind dieselben: Der ständig zu hohe Druck beschleunigt die Verkalkung der Gefäße (Arteriosklerose) und verschlechtert somit die Durchblutung des Körpers. Das Tückische an der Krankheit ist, dass die Betroffenen die Symptome anfangs oft nicht wahrnehmen oder nicht mit dieser Erkrankung in Verbindung bringen, da diese zunächst meist auf allgemeine Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen und Schlafstörungen beschränkt sind, für die es zahlreiche Ursachen geben kann.

Tendenziell steigt das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken, mit fortschreitendem Alter. Doch auch Jüngere sind zunehmend davon betroffen, meist infolge von Übergewicht. Bei Frauen entsteht die Krankheit oft in den Wechseljahren, weshalb die Symptome häufig der hormonellen Umstellung zugeschrieben und nicht mit Bluthochdruck in Verbindung gebracht werden. Bei Männern entsteht die Erkrankung meist in noch jüngeren Jahren und wird ebenfalls selten erkannt. Deshalb empfiehlt die Württembergische Krankenversicherung, sich ab Mitte 30 regelmäßig einer Herz-Kreislauf-Vorsorgeuntersuchung zu unterziehen. Die Kosten hierfür werden ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre von der Krankenkasse übernommen.

Messung der Blutdruckwerte

Darüber hinaus kann jeder seinen Blutdruck mit Hilfe eines entsprechenden elektronischen Geräts, das in Apotheken erhältlich ist, regelmäßig selbst überprüfen. Der Apotheker oder der Hausarzt weisen in die Benutzung ein. Wichtig ist, vor der Messung eine Ruhepause von zwei bis drei Minuten einzulegen und den Blutdruck zu unterschiedlichen Tageszeiten zu überprüfen. Bevor Medikamente zum Einsatz kommen, sollte zur Sicherung der Diagnose sollte eine 24 Stunden-Blutdruckmessung vom Arzt durchgeführt werden.

Der Blutdruck beschreibt zwei Phasen des Herzzyklus und wird somit in zwei Werten in „mmHg“ (Millimeter Quecksilbersäule, der Maßeinheit für Druck) angegeben. Bei Erwachsenen aller Altersgruppen gelten Blutdruckwerte um 120 / 80 mmHg als optimal. Bei Werten von über 140 / 95 mmHg, gemessen bei körperlicher Ruhe, spricht man bereits von Bluthochdruck. Von einem niedrigen Blutdruck geht man bei Werten von 105 / 70 mmHg abwärts aus. Viele Menschen können hiermit jedoch gut leben. Bei Kindern ist der Blutdruck generell niedriger als bei Erwachsenen.

Gesunde Lebensweise mindert Bluthochdruckrisiko

Die Risikofaktoren für Bluthochdruck sind Übergewicht (vor allem bauchbetontes Übergewicht), zu hoher Alkohol- und Salzkonsum, Rauchen, Bewegungsmangel und chronischer Stress. Diese Faktoren lassen sich durch eine gesunde Lebensweise maßgeblich beeinflussen. Auch die Erbanlagen und das Alter spielen allerdings beim Entstehen der Krankheit eine Rolle. So sollten Menschen, in deren Familie vermehrt Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten, und Menschen im fortgeschrittenen Alter besonders auf ihren Lebenswandel achten, da sie bereits aus diesen Gründen zur Risikogruppe gehören. Ein gesunder Lebensstil setzt sich zusammen aus sozialer Zufriedenheit, Stressvermeidung, ausreichender Bewegung und gesunder Ernährung. Für ein gesundes Herz empfiehlt sich besonders die „Mittelmeerküche“ mit viel Fisch und Gemüse.

Wenn sich der erhöhte Blutdruck trotz Änderung des Lebensstils nach einigen Monaten nicht senkt, empfiehlt sich, in enger Absprache mit dem Hausarzt, eine Behandlung mit blutdrucksenkenden Medikamenten. Bluthochdruck lässt sich heute in der Regel medikamentös gut behandeln – und mit den entsprechenden Arzneien können Bluthochdruckpatienten mit guter Lebensqualität alt werden.

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