Rente als Gerechtigkeitsfrage: Viele zweifeln am System

Nur knapp ein Drittel der Deutschen empfindet die gesetzliche Rente als generationengerecht. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Das Vertrauen in die Reformfähigkeit ist gering – und der Wunsch nach strukturellen Veränderungen groß.

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Die gesetzliche Rente steht nicht nur finanziell unter Druck – auch das Vertrauen vieler Bürger bröckelt. Laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) halten nur 29 Prozent der Befragten das Rentensystem für generationengerecht.

Das bedeutet: Mehr als zwei Drittel sehen ein Ungleichgewicht zwischen jüngeren und älteren Generationen. Gerade in Zeiten steigender Lebenserwartung und sinkender Geburtenraten wird deutlich, dass das umlagefinanzierte System vor strukturellen Herausforderungen steht.

Auch mit Blick auf die neu eingesetzte Rentenkommission überwiegt Skepsis. 68 Prozent der Befragten sind wenig oder gar nicht zuversichtlich, dass die Kommission tragfähige Reformvorschläge erarbeiten wird.

Mehr Beitragszahler – aber reicht das?

62 Prozent sprechen sich dafür aus, die Beitragsbasis zu verbreitern, also mehr Menschen in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Doch selbst zusätzliche Einzahler lösen das demografische Problem nicht dauerhaft – denn sie erwerben ebenfalls eigene Rentenansprüche.

Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) befürwortet daher eine stärkere Förderung betrieblicher und privater Vorsorgeformen. Kapitalgedeckte Elemente gelten vielen als wichtiger Baustein für langfristige Stabilität.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Für Bürgerinnen und Bürger bleibt entscheidend:

  • Die gesetzliche Rente wird voraussichtlich allein nicht ausreichen.
  • Zusätzliche Vorsorge gewinnt an Bedeutung.
  • Reformprozesse werden Zeit benötigen.

Wer frühzeitig vorsorgt, schafft sich mehr Planungssicherheit – unabhängig davon, wie politische Entscheidungen ausfallen.

Über die Studie:
Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 23. und 26.01.2026 insgesamt 2.234 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Wohnumfeld, Wahlverhalten und politisches Interesse quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.