Investment oder Sparstrumpf?
Täglich warten die Medien mit neuen Schreckensmeldungen von den Finanzmärkten auf – von einem baldigen „Gelduntergang“ bis hin zum Aus des Euro ist da die Rede. In dieser Situation ziehen es viele Kleinanleger vor, ihre Investments abzustoßen und das Geld unter dem Kopfkissen zu horten. Aber ist dies tatsächlich sinnvoll? Wer clever investiert, kann Risiken minimieren.
Lehman BrothersVerbraucherzentralen Hamburg
Kaufkraftverlust frisst Ersparnisse auf!
3 Regeln für sicheres Investment
- 1. Nur solche Kapitalanlagen nutzen, deren Funktionsweise man auch tatsächlich versteht! Hier hat der Gesetzgeber nach den Erfahrungen der Finanzkrise bereits für mehr Transparenz gesorgt. Seit dem 01. Juli 2011 müssen Verbraucher bei einer Wertpapierberatung ein kurzes, leicht verständliches und werbefreies Produktinformationsblatt erhalten. Darauf vermerkt sind Rendite, Risiko und Kosten der Anlageempfehlung. Doch darüber hinaus sollte jeder Verbraucher sich intensiv mit dem geplanten Investment beschäftigen – die Verträge aufmerksam lesen, sich über möglichst viele Quellen über Vor- und Nachteile des Produktes informieren sowie notfalls den Rat von unabhängigen Fachleuten einholen.
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- 2. Risiken breit streuen! Viele Großmütter geben ihren Enkeln eine Redensart mit auf den Weg: Lege nicht alle Eier in einen Korb. Denn wenn der Korb runterfällt, sind auch die Eier kaputt, so dass man die zerbrechliche Ware beim Transport besser auf mehrere Orte verteilt. Gleichsam ist es auch bei Kapitalanlagen nicht ratsam, sein ganzes Geld in ein einziges Produkt zu stecken. So mussten etwa in der Finanzkrise jene Anleger große Verluste hinnehmen, die einseitig auf ein Wachstum des Immobilienmarktes gesetzt haben. Wer sein Kapital auf mehrere Säulen verteilt, der investiert sicherer!
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- 3. Langfristig denken! Bei all den Schreckensmeldungen an den Börsen darf der Anleger eines nicht vergessen: Sowohl die Presse als auch die Händler profitieren von der Börsenangst. Während die reißerischen Schlagzeilen den Medien viele Leser bescheren, hoffen die Börsenhändler darauf, panikartig abgestoßene Aktien zu einem Dumpingpreis aufkaufen zu können. Der Verlust der einen bedeutet dann den Gewinn der anderen. Deshalb gilt es, auch dann Ruhe zu bewahren, wenn die Aktienkurse einmal sinken. Ein Auf und Ab an den Börsen ist durchaus bis zu einem gewissen Grad normal! So hatten beispielsweise die Krisen in Nordafrika und Japan keine bleibenden Auswirkungen auf die Börse, dennoch stießen viele Aktionäre ihre Wertpapiere panikartig ab – und standen am Ende schlechter da als jene, die ihre Anteile hielten. Hier gilt es, Ruhe zu bewahren – und bereits bei der Auswahl der Produkte auf das Entwicklungspotential für die Zukunft zu achten!
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