Waschmaschine läuft – und das Wasser auch?
Ein geplatzter Schlauch, eine undichte Dichtung oder ein verstopftes Flusensieb – und plötzlich steht die Wohnung unter Wasser. Täglich werden tausende Wasserschäden gemeldet, häufig ausgelöst durch Waschmaschinen.
Kleine Ursache, großer Schaden
Waschmaschinen zählen zu den häufigsten Auslösern von Leitungswasserschäden im Haushalt. Besonders anfällig sind:
- alte oder spröde Zulaufschläuche
- verschlissene Tür- oder Anschlussdichtungen
- verstopfte Pumpen und Flusensiebe
- Installationsfehler
- Defekte in der Steuerung
Bereits ein kleiner Riss im Schlauch kann innerhalb kurzer Zeit erhebliche Schäden verursachen – nicht nur in der eigenen Wohnung, sondern auch bei Nachbarn.
Unbeaufsichtigt waschen – riskant?
Viele Menschen lassen die Waschmaschine laufen, während sie einkaufen oder kurz außer Haus sind. Gerichte werten eine übliche Abwesenheit während des Waschgangs in der Regel nicht als grob fahrlässig.
Problematisch kann es jedoch werden, wenn das Gerät über längere Zeit unbeaufsichtigt betrieben wird – etwa während einer mehrstündigen Abwesenheit oder über Nacht. In solchen Fällen können Versicherer Leistungen kürzen, wenn grobe Fahrlässigkeit vorliegt.
Aquastop und Wartung: Kleine Maßnahmen, große Wirkung
Zur Schadenvorsorge empfehlen Fachleute unter anderem:
- regelmäßige Kontrolle von Schläuchen und Dichtungen
- Austausch des Zulaufschlauchs spätestens nach einigen Jahren
- Einsatz eines Aquastop-Systems
- Reinigung von Flusensieb und Ablaufschlauch
- Schließen des Wasserhahns nach dem Waschgang
Solche Maßnahmen reduzieren nicht nur das Schadensrisiko, sondern stärken im Ernstfall auch die eigene Position gegenüber dem Versicherer.
Was im Schadenfall zu tun ist
Kommt es dennoch zu einem Wasseraustritt, sollten Betroffene:
- sofort den Wasserzulauf schließen
- das Gerät vom Stromnetz trennen
- Schäden dokumentieren (Fotos)
- die eigene Versicherung informieren
- bei Fremdschäden Nachbarn oder Vermieter verständigen
