Herren der Schöpfung, aufgepasst! Am 03. November wird der „Welttag des Mannes“ gefeiert. Bevor nun aber Oden auf die Männlichkeit angestimmt werden, sollen diesmal die Schwächen des Mannes betrachtet werden.
Männer gelten als das starke Geschlecht. Doch viele Frauen werden bestätigen können, dass diese Behauptung zumindest diskutabel ist. Wenn der Mann mit einer Erkältung auf dem heimischen Sofa liegt, sich von der Frau eine große Tasse Honigtee bringen lässt und so manche Schmerzenslaute von sich gibt, dann ist die Grazie des Mannes schnell dahin. „Warum sind Männer eigentlich so wehleidig?“, wollte vor kurzem sogar eine Frauenzeitschrift von ihrer (weiblichen) Leserschaft wissen.
Der Mann – Das empfindsame Wesen?
Tatsächlich gibt es sogar wissenschaftliche Studien, die das Problem der männlichen Empfindlichkeit belegen könnten. Die Wissenschaftlerin Ramona Scotland von der Queen Mary Universität in London hat festgestellt, dass Frauen bei bestimmten bakteriellen Erkrankungen mehr weisse Blutkörperchen im Organismus haben als Männer. Und diese sogenannten Leukozyten sind wichtig für die Abwehr von Krankheitserregern. Allerdings wurde die Studie bei Tieren durchgeführt und ist nicht einfach auf den Menschen übertragbar.
Eine andere Erklärung hat deshalb Karen Berkeley, Schmerzforscherin an der amerikanischen Florida State University in Tallahassee. Sie vertritt die These, dass Frauen einfach besser mit Schmerzen umgehen können, weil sie sich öfter damit emotional auseinander setzen. Unter anderem bewirke die Erfahrung der Geburt, dass Frauen gegen Schmerzen besser gerüstet sind.
Auch hat das weibliche Geschlecht hat einen entscheidenden Wissensvorsprung: Gesundheitsthemen werden von Frauen weitaus häufiger wahrgenommen als von Männern! Frauen gehen zeitiger zum Arzt und sind eher bereit, bei Schmerzen fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Männer werden „anders“ krank als Frauen
Nein, Mann hat es nicht leicht! All diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass tatsächlich eher Frauen als das starke Geschlecht bezeichnet werden müssten. Zu Beginn des Jahres hat sich deshalb das
Bundesministerium für Gesundheit (BMG) des Themas „Männergesundheit“ angenommen und eine Broschüre hierzu herausgegeben. Eine zentrale Aussage lautet: Männer werden zwar nicht häufiger krank als Frauen, aber speziell vermeidbare Krankheiten treten bei den Herren häufiger auf.
Durchblutungsstörungen des Herzens, hoher Blutdruck und Leberkrankheiten sind typische Männerkrankheiten. Auch Übergewicht, Alkohol- und Zigarettenkonsum ist bei Männern häufiger zu beobachten als in der Damenwelt. Das gesundheitsbewusstere Verhalten der Frauen drückt sich in einer deutlich höheren Lebenserwartung aus. Derzeit werden in der Bundesrepublik Männer durchschnittlich 77,2 Jahre alt, Frauen hingegen 82,4 Jahre.
Noch bis zum 21.12. profitieren Männer in einigen Versicherungssparten
Nun aber genug der schlechten Nachrichten für die Herren der Schöpfung. Letztendlich haben sie es selbst in der Hand, mehr für ihre Gesundheit zu tun. Und paradoxerweise bringt die ungesunde Lebensweise sogar noch einen Vorteil: Weil Männer nicht so alt werden und deshalb die Versicherer weniger Geld kosten, bezahlen sie bisher für eine Rentenversicherung, Pflegeversicherung oder private Krankenversicherung niedrigere Beiträge als Frauen.
Dies gilt allerdings nur noch bis zum 21.12.2012. Dann müssen die Versicherer für beide Geschlechter einheitliche Unisex-Prämien anbieten. Da Altverträge trotzdem weiter Bestand haben, kann es sich für Männer lohnen, noch bis zum Dezember einen entsprechenden Schutz abzuschließen. Ein Beratungsgespräch ist für beide Geschlechter empfehlenswert, wenn der Versicherungsschutz auf den neuesten Stand gebracht werden soll.