GeldanlageDie Bundesbürger haben mehr Geld, aber sparen weniger



Trotz der Schuldenkrise geben die Deutschen ihr Geld fleißig aus. Wegen der niedrigen Zinsen wird das Sparschwein weniger gefüttert und stattdessen mehr konsumiert. Zu diesem Ergebnis kommt das gestern vorgestellte Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).



Die Tageszeitungen werden von Negativschlagzeilen über die Eurokrise dominiert. Das ändert nichts daran, dass es den Deutschen mehrheitlich finanziell gut geht und viele Bundesbürger sogar besser dastehen als vor der Finanzkrise. Laut dem aktuellen Vermögensbarometer, für das 2.000 Menschen in ganz Deutschland befragt wurden, schätzen 57 Prozent aller Deutschen ihre finanzielle Situation als gut oder sogar sehr gut ein. Dies sind so viele Menschen wie nie zuvor!



Allerdings ist auch festzustellen, dass die Schere zwischen Ost und West immer weiter aufgeht. Zwar steigen die Werte für die Zufriedenheit sowohl in den neuen als auch alten Bundesländern. Im Westen ist das Plus aber weitaus deutlicher ausgefallen: Um stolze acht Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr legte der Zufriedenheitswert hier zu, auf nun 59 Prozent. Dem entgegen zeigen sich im Osten nur 49 Prozent aller Befragten zufrieden mit ihrer Situation, vier Prozentpunkte mehr als in 2011.



Eine weitere Entwicklung stimmt nachdenklich. In Ostdeutschland gab jeder vierte Interviewteilnehmer (27 Prozent) an, finanziell „gerade so über die Runden zu kommen“. In den alten Bundesländern sagten dies nur 17 Prozent. Das sind insgesamt zu viele Menschen, die von dem positiven Trend in Deutschland nicht profitieren können!



Mehr Konsum, weniger Sparen?



Als ein zentrales Ergebnis der Umfrage lässt sich festhalten, dass die Menschen insgesamt weniger sparen. In den letzten beiden Jahren ist die Sparquote (also der Teil des Einkommens, der angelegt wird) von 10,9 auf 10,4 Prozent gesunken. Als Ursache nennen Experten die niedrigen Zinsen. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt derzeit bei 0,75 Prozent, so dass Lebensversicherungen und andere Vorsorgeformen nicht mehr ganz so hohe Beträge abwerfen wie zu Boomzeiten.



Dennoch lassen Experten keinen Zweifel daran, dass Sparen nach wie vor wichtig ist. So wird am 30. Oktober der Weltspartag gefeiert, um allen Menschen die Bedeutung der finanziellen Vorsorge vor Augen zu führen. Dies gilt umso mehr, weil die gesetzliche Rente vielen Ruheständlern keinen auskömmlichen Lebensabend sichern wird. Die Rententabelle von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat die Defizite auf schmerzhafte Weise aufgezeigt, auch wenn die Berechnungen übertrieben pessimistisch waren und vereinzelt als Panikmache abgetan wurden.



Wichtig ist es, mindestens 3-4 Monatsgehälter als eiserne Reserve auf dem Konto verfügbar zu haben. Denn jederzeit kann eine Reparatur, schwere Verletzung oder andere unerwartete Ausgabe den Geldbeutel unerwartet belasten. Ob und wie man das übrige Geld anlegt, hängt auch von den persönlichen Vorlieben ab. Will ich eine sichere Anlageform oder lieber etwas mehr Risiko eingehen? Dürfen es Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Immobilien oder staatlich geförderte Rentenmodelle sein? Wer sein Geld breit streut und langfristig anlegt, ist auf der sicheren Seite. Ein Beratungsgespräch kann helfen die passende Anlageform zu finden.