RechtsschutzUnseriöse Jobangebote: Viel zahlen, aber nichts verdienen



Mehrere tausend Euro im Monat verdienen – mit dem Zusammenschrauben von Kugelschreibern? Oder als Testfahrer für teure Luxusautos arbeiten? Die Zeitungen sind voll von derartigen Stellenanzeigen, doch dahinter stecken oft Betrüger.



Viele Menschen suchen nach einer neuen beruflichen Herausforderung oder wollen ihr Gehalt durch einen Nebenjob aufbessern. Schnell werden sie in den lokalen Anzeigenblättern und im Internet fündig. Sei es die Arbeit auf einer Bohrinsel, als Testfahrer für Sportwagen oder als Supermodel – Die Stellenangebote halten so manchen scheinbar attraktiven Job bereit.



Statt Arbeit gibt es ein Zeitschriften-Abo



Doch die beworbenen Stellenangebote klingen nicht nur zu gut, um wahr zu sein. Oftmals stecken tatsächlich Betrüger dahinter. Vor einem aktuellen Jobangebot warnt nun die Verbraucherzentrale Hamburg. Eine Werbeagentur aus Süddeutschland sucht bei Ebay und im Stellenmarkt der Universität Hamburg nach Produkttestern, die sich zusätzlich Geld verdienen wollen. Das im Internet unter www.testhelfer.com beworbene Angebot ist aber nach Ansicht der Verbraucherschützer höchst unseriös.



Zwar wird eine bequeme Arbeit von zu Hause aus versprochen, die fleißigen Produkttester sollen sogar die getestete Ware behalten dürfen. Aber um die Tätigkeit aufzunehmen, ist der Abschluss eines Zeitschriftenabos notwendig. Oftmals bleibt es dann dabei – Statt eines Nebenjobs gibt es nur ein Zeitschriftenabo.



Unseriöse Nebenjobs erkennen



Woran erkennt man aber nun, ob eine Stellenanzeige unseriös ist? Auch dafür hat die Verbraucherzentrale einige Indizien zusammengestellt. Skepsis ist angebracht, wenn in der Anzeige weder Firmenname noch -zweck angegeben ist. Auch wenn mit übertriebenen Verdienstmöglichkeiten geprahlt wird, sollten Arbeitssuchende misstraurig werden. Mit wenigen Stunden Arbeit in der Woche tausende Euro verdienen – wenn es solche Jobs tatsächlich gibt, werden sie nicht in den Kleinanzeigen beworben! Ist aus dem Anzeigentext nicht zu erfahren, um welche Tätigkeit es sich überhaupt handelt, so deutet dies ebenfalls auf ein unsauberes Angebot hin.



Sämtliche Alarmglocken sollten bei den Jobsuchern spätestens dann klingeln, wenn eine teure Telefonhotline als Kontakt angegeben ist (z.B. 0900-Nummern), per Vorkasse Geld an den neuen Arbeitgeber überwiesen werden soll oder als Voraussetzung für den Einstieg in den Nebenverdienst ein kostenpflichtiger Lehrgang absolviert werden muss. Sei es das Computerprogramm für die Heimarbeit, für das tausende Euro zu zahlen sind, oder ein teures Flugticket, um in einem Film im Ausland mitzuspielen – Wo der Antritt der neuen Arbeit an die Zahlung eines hohen Geldbetrages geknüpft ist, taugen die Jobangebote nicht viel.



Eine Rechtsschutzversicherung kann helfen, Forderungen gegen unseriöse Anbieter geltend zu machen. Allerdings sind nicht in jedem Vertrag Rechtsstreitigkeiten versichert, die das Arbeitsrecht oder den Nebenerwerb betreffen. Ein Beratungsgespräch hilft den passenden Schutz zu finden.