08.01.2014

Wintersport

Der richtige Schutz für Pistenstürmer

Der richtige Schutz für PistenstürmerSlalom-Weltmeisterin Šárka Strachová aus Tschechien rast die Piste entlang. Auch bei Freizeitsportlern ist der weiße Sport beliebt. Foto: PublicDomainPictures@Pixabay.com

Die deutschen Medien werden derzeit von einem Thema beherrscht: Sowohl der frühere Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher als auch Bundeskanzlerin Angela Merkel verletzten sich beim Wintersport schwer. Tragisch sind die Unfälle auch deshalb, weil beide durchaus auf ihre Sicherheit achteten. Das Risiko fährt auf der weißen Piste leider immer mit.

Als Michael Schumacher bei einem Skiunfall im französischen Wintersportort Méribel eine schwere Kopfverletzung erlitt, kam schnell auch die Frage nach seiner individuellen Schuld auf. Hatte er sich auf der Piste falsch verhalten und somit selbst in Gefahr gebracht? Doch aktuelle Untersuchungen der Ermittler zeigen: Im Grunde ist dem früheren Rennfahrer kein Vorwurf zu machen. Zwar fuhr er abseits der markierten Abfahrten, wohl um einem Freund zu helfen. Doch war er mit sehr langsamem Tempo unterwegs und trug zudem einen Schutzhelm, so dass ihm kein Fehlverhalten anzulasten ist.

Der tragische Unfall des Sympathieträgers zeigt: Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es beim Wintersport nicht. Selbst wer sich vorsichtig verhält und gegenüber anderen Rücksicht übt, muss mit Verletzungen rechnen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zog sich im Dezember beim Skilanglauf in Sankt Moritz einen schmerzhaften Beckenring-Bruch zu: trotz „niedriger Geschwindigkeit“, wie Regierungssprecher Steffen Seibert betonte.

Skifahren ist kein Hochrisikosport

Doch wer trotz der aktuellen Meldungen dem Skisport nicht entsagen will, für den gibt es auch eine positive Nachricht: so gefährlich ist es gar nicht, sich die Bretter unter die Füße zu schnallen oder mit dem Snowboard einen Hang hinabzudüsen. Zwar verletzten sich in der Wintersportsaison 2012/2013 hochgerechnet bis zu 43.000 Personen, wie die Auswertungsstelle für Skiunfälle (ASU) bekannt gab. Aber weniger als einer (0,84) von 1.000 Wintersportlern trug so schwere Verletzungen davon, dass Ärzte ihn stationär behandeln mussten. Beim Fußball etwa ist das Risiko deutlich höher, einen Schaden davonzutragen.

Wie aber kann man sich vor den finanziellen Risiken eines Unfalls schützen, wenn doch einmal ein Pistenstürmer verunglückt? Für die unmittelbaren Folgen von Verletzungen kommt in der Regel die Krankenversicherung auf. Anders sieht es jedoch bei Langzeitschäden aus. Unfälle, die im Urlaub oder der Freizeit passieren, sind nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt. Hierfür ist der Abschluss einer privaten Unfallpolice sinnvoll.

Gute Tarife erbringen nicht nur eine Kapitalleistung oder Unfallrente, sondern erstatten auch den Rücktransport aus dem Ausland oder finanzieren den behindertengerechten Umbau von Wohnung und Auto. Ist der Unfall sogar so schwer, dass die verunglückte Person ihren Beruf nicht mehr ausüben kann, bietet die Berufsunfähigkeitsversicherung Schutz.

Haftpflicht schützt, wenn man andere Fahrer verletzt

Wer mit hohen Geschwindigkeiten einen Abhang hinabsaust, der gefährdet unter Umständen auch andere Menschen. Wie schnell ein Moment der Unachtsamkeit in die Katastrophe münden kann, zeigt der tragische Skiunfall des früheren Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU) im Jahr 2009. Der Politiker befuhr bei seinem Skiurlaub im österreichischen Riesneralm eine Piste in die falsche Richtung und stieß dabei mit einer Skifahrerin zusammen, die an den Unfallfolgen verstarb. Althaus wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe in Höhe von 33.300 Euro und einem Schmerzensgeld von 5000 Euro verurteilt.

Ist man Schuld an einer Verletzung anderer Ski- und Snowboardfahrer, kann dies den finanziellen Ruin bedeuten, falls keine Haftpflichtversicherung besteht. Wenn die verletzte Person einen dauerhaften Schaden davonträgt oder wegen den Unfallfolgen ihren Beruf aufgeben muss, erreichen die Schadensersatzforderungen schnell einen sechsstelligen Betrag. Im Zweifel muss der Verursacher sogar ein Leben lang für Pflegeleistungen zahlen. Deshalb gehört die Haftpflichtversicherung zu jenen „Ausrüstungsgegenständen“, ohne die kein Schnee-Enthusiast auf die Piste sollte. Sie zahlt für jene Schäden, die man anderen zufügt.

Obwohl das Risiko beim Skifahren immer mitfährt, so können Ski- und Snowboardfahrer doch selbst dazu beitragen, dass der Wintersport ein Vergnügen wird und nicht in der Katastrophe endet. Gegenseitige Rücksichtnahme und vorausschauendes Fahren sind ein unbedingtes Muss. Ebenso wie auch im Straßenverkehr sollten die Regeln fürs Skifahren vor Ort zur Kenntnis genommen und beachtet werden. Und gerade Anfänger sollten es vermeiden, sich und ihre Fähigkeiten zu überschätzen. Auch eine ausreichende Erwärmung wird von Experten angeraten, schließlich belastet eine rasante Abfahrt Knochen und Gelenke. In diesem Sinne: Ski und Rodel gut!

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